Mein Name ist Joseph Alkhoury und ich bin seit dem 1. Juni 2015 für die Syrisch-Aramäischen Gemeinden verantwortlich.

Ich möchte nur kurz mein Lebenslauf aufzeigen, um Ihnen einen kleinen Einblick in meine Welt zu schenken.
Ich kam 2007 zum ersten Mal nach Deutschland, damals hat mich unser Patriarch nach Deutschland deputiert.
Ab dem Tag lebte ich 8 Jahre lang auf meine Kosten, ohne einen Hauch von irgendeiner finanziellen Unterstützung zu bekommen.
Wegen den Gemeinden, die sich auf mich verlassen haben, machte ich trotzdem weiter.

Ehrlich gesagt bereue ich keinen einzigen Moment, den ich all die Jahre gelebt habe.

Kontaktdaten:
Tel.: 01516 2662175
E-Mail: Joseph.Alkhoury(at)bgv-Trier.de

Lebensverlauf

  • Anfang meiner Reise

    Mein Weg begann im Libanon. Dort machte ich meinen Abschluss. Ich lebte neun Jahre in Libanon und habe vielen Menschen geholfen. Unter anderem Menschen die ihre Eltern verloren haben. Ich betete auch mit den Ordensschwestern und Mönchen des Klosters St.Benediktus, die sich von der Außenwelt komplet isolierten und ein Exilgleiches Leben führten. Ein weiterer Aufgabenbereich war die Unterstützung der Armen und Schwachen, die auf den Straßen lebten und nichts zu Essen hatten.

    Nach den neun Jahren in Libanon wurde ich nach Südsyrien beordert. Dort habe ich in al-Hasaka, Scheda Di und Deir ez-Zor mehrere Familien betreut. Auch eingeschränkte Menschen habe ich unterstützt, soweit es in meiner Macht lag. Zudem war ich sieben Jahre lang der Verantwortliche der Caritas in Südsyrien. Dadurch durfte ich vielen Kindern und Jugendlichen den Glauben an Gott näher bringen und war auch gleichzeitig für Freizeitprojekte verantwortlich.

  • Ankommen in Deutschland

    Ich kam 2007 zum ersten Mal nach Deutschland. Unser syrischer Patriarch und unser Bischof, der für Europa zuständig ist, haben mich nach Deutschland geschickt. Die Begründung war, dass viele Flüchtlinge einen syrisch-katholischen Pfarrer brauchten, um wieder einen gewohnten Gottesdienst abzuhalten.

    Einer der ersten Personen, denen ich in Deutschland begegnet bin, war der Kardinal Lehmann von Mainz und der Bischof von Limburg. Diese Männer versprachen mir mich im Bistum anzustellen, aber aus dem Versprechen wurde nichts. Danach widmete ich mein Leben den Zusammenschluss von Menschen, um sie zu einer Gemeinde heranwachsen zu lassen.

  • Meine ersten Aufgaben

    Angefangen hat alles in Frankfurt, Köln und Stuttgart. Ich versuchte so viele Menschen wie möglich zu vereinigen. In dieser Zeit besuchte ich viele Dörfer und Städte, um nach den Flüchtlingen zu suchen. Nach einer gewissen Zeit vergrößerte ich meinen Radius, um mehr Menschen zu finden. Ich fuhr nach Tübingen, Karlsruhe und Neu Ulm, Mestrich und Koblenz, um Gottesdienste zu zelebrieren.

    Die Gemeinde, die ich in Mestrich führte, habe ich einem anderen Pfarrer überlassen, da er in der Nähe lebte.

    Bald wuchs die Anzahl an Personen, die sich einen syrisch-katholischen Gottesdienst wünschten und somit wurde auch mein Gebiet größer. Bis ich schließlich auch in Neuwied, Saarlouis und Saarbrücken tätig war. Wenn die Gemeinden Probleme hatten, kontaktierten sie mich und somit war ich der Ansprechpartner für sie geworden.

  • Standpunkt 2015

    Nach dem ich im Bistum Trier angestellt worden bin, habe ich meine Aktivitäten auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt. Zurzeit zelebriere ich nur noch in Neuwied, Koblenz, Sinzig, Trier, Saarlouis, Saarbrücken, Stuttgart, Heidenheim, Neu Ulm und bald auch in Mayen-Koblenz Gottesdienste. Durch den Bürgerkrieg in Syrien ist auch die Anzahl an Gläubigen gewachsen. Während es im Jahr 2007, in ganz Deutschland, nur ca. 2000 waren, kommen sie heutzutage auf mehr als 20 000 Personen.

  • Zeitungsartikel

    Donnerstag, 26. November 2015
    „Die Menschen erfahren ein Gefühl von Heimat“


    Al-Khoury syrischer Priester


    Besonders stolz ist Al-Khoury darauf, dass er schon drei Päpste besuchen durfte, zuletzt Papst Franziskus vor einem halben Jahr. Das Foto hat er in seinem Arbeitszimmer aufgestellt.

    Koblenz/Neuwied/Sinzig – Er ist der erste syrisch-aramäische Pfarrer im Bistum Trier und kümmert sich um Flüchtlinge und andere katholische unierte Christen: Pfarrer Joseph Al-Khoury wird am 29. November um 15 Uhr mit einem Gottesdienst in St. Franziskus in Koblenz-Goldgrube offiziell eingeführt. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat ihn zum Pfarrer der syrisch-aramäischen Gemeinde in Koblenz ernannt. Al-Khoury wird damit allein in Koblenz und Neuwied für 115 Familien zuständig sein, im gesamten Bistum sind es 400 Familien.

    25.000 Gläubige hat Al-Khoury in den letzten acht Jahren von Freiburg bis Stuttgart, von Frankfurt bis Hamburg betreut, mit ihnen Gottesdienst gefeiert und Hausbesuche gemacht – manchmal sei er bis zu 8.000 Kilometer im Monat gefahren, erzählt der 48-Jährige. In dieser Zeit war er der erste und einzige syrisch-aramäische Pfarrer in ganz Deutschland, inzwischen gibt es immerhin einen zweiten im Raum Köln. Die syrisch-katholische Kirche ist eine der mit Rom unierten Ostkirchen, die zwar eigene Riten und Traditionen haben, aber den Papst als Oberhaupt der Kirche anerkennen und eine Gebets- und Sakramentgemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche haben. Vor acht Jahren habe ihn sein Patriarch nach Deutschland geschickt und es habe seither auch harte Zeiten gegeben, denn er war für seine Arbeit auf die finanzielle Unterstützung seiner Familie und auf Spenden angewiesen. In den letzten Jahren hat sich Al-Khourys „Gemeinde“ in Deutschland vervielfacht: Durch die Flüchtlingsbewegung aus seinem von Bürgerkrieg gebeutelten Heimatland Syrien und dem Irak ist auch die Zahl der syrisch-katholischen Christen in Deutschland nun viel höher. „Vor vier Jahren habe ich noch rund 2.500 Familien als Seelsorger betreut, inzwischen sind es bestimmt 7.000“, schätzt Al-Khoury.

    Ihm ist wichtig, dass die Menschen in den muttersprachlichen Gottesdiensten das Gefühl von Heimat und Identität erfahren. „Natürlich leben sie in Deutschland, sind hier angepasst. Aber sie möchten nicht ihre Wurzeln vergessen und das auch ihren Kindern weitergeben“, sagt der Pfarrer. Er selbst stammt aus Tartus, einer Stadt am Mittelmeer im Südwesten Syriens.“ In Deutschland gehören zu Al-Khourys „Gemeinde“ Flüchtlinge, aber auch länger hier lebende katholisch unierte Christen, wie Sharbal Abu-Mansur aus dem Libanon. Der junge Mann hilft bei schwierigen deutschen Wörtern als Übersetzer. „Das wird eine meiner großen Aufgaben in den nächsten Wochen: Fließend Deutsch lernen“, sagt Al-Khoury lächelnd. Der Kontakt zum Bistum Trier sei über die Pfarreiengemeinschaft Moselweiß entstanden. Er sei dem Bischof sehr dankbar für die Anstellung als Pfarrer im Dekanat Koblenz. „Das hat mich in meiner Arbeit bestärkt und motiviert, weiterzumachen.“ Für die Zukunft hat der Syrer den Wunsch, dass er noch lange die Botschaft Gottes weitertragen kann. „Und ich möchte, dass die Gemeinden sich stärker verknüpfen und dass die syrisch-aramäischen Christen ihre Kultur weiter pflegen.“

    Jeweils am ersten und dritten Sonntag im Monat zelebriert Al-Khoury jetzt in Neuwied-Block St. Martin um 12 Uhr, in Koblenz St. Franziskus um 16 Uhr (Winter, 17 Uhr im Sommer), sowie in Bad Breisig am ersten Samstag im Monat um 16 Uhr. Interessierte sind herzlich willkommen.


    Joseph Al Khoury (Mitte rechts) mit Mitgliedern seiner syrisch-katholischen Gemeinde: Sharbal Abu-Mansur (Libanon), Hadi Jusef (irak), und Nassar Foad (Jordanien) vlnr.

  • Pfr. Alkhoury ist am 18.08.2017 verstorben

    Wir trauern über unseren verstorbenen Pfr. Joseph Alkhoury, der uns am 18.08.2017 verlassen hat.
    Seit der Behandlung im Klinikum Herford vom 30.06.2017 bis zum 07.07.2017 kämpfte er gegen den Lungenkrebs, sowie die Tumore in seinem Hinterkopf an. Er unterzog sich sogar mehreren Sitzungen der Chemotherapie, nur um wieder gesund zu werden. Letzten Endes rief ihn der Herr zu sich und Pfr. Alkhoury ging zu ihm. Wir beten und hoffen, dass sich unser Pfarrer im Kreise der Mutter Maria, Jesus Christus und den heiligen aufhält.